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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kein Pardon für Promillesünder

Alkoholmißbrauch am Arbeitsplatz kann zur Kündigung führen - Therapieversuch bei Abhängigkeit

Fast jeder fünfte Arbeitnehmer hat Probleme mit Alkohol, das haben Untersuchungen ergeben. Die Folge ist auch ein immenser wirtschaftlicher Schaden, denn Beschäftigte mit Alkoholproblemen sind um ein Vielfaches häufiger krank als die Kollegen. Die Entgeltfortzahlungskosten wegen alkoholbedingter Ausfallzeiten etwa sind im Durchschnitt viermal höher. Trotz dieser alarmierenden Zahlen besteht in vielen Betrieben kein Alkoholverbot. Ein Gesetz, das Alkohol am Arbeitsplatz verbietet, gibt es ebenfalls nicht. Allerdings kann entweder im Arbeitsvertrag oder in Betriebsvereinbarungen ein Alkoholverbot vereinbart werden.

Doch auch ohne Verbot sollte darauf geachtet werden, daß es bei dem Glas Sekt bei der Beförderungs- oder Geburtstagsfeier oder dem Glas Bier in der Pause bleibt. Denn führt der Alkoholkonsum zur Beeinträchtigung der Arbeitsleistung, kann das sogar zur Kündigung führen.

Besteht eine Alkoholabhängigkeit, muß der Arbeitgeber vor einer Kündigung einen Therapieversuch abwarten. Ist der Betroffene nicht zu einer Therapie bereit, kann sofort gekündigt werden. Ist der Mitarbeiter nicht alkoholkrank, sondern hat lediglich einen "über den Durst" getrunken, liegt ein Fall von Alkoholmißbrauch vor. Mit Ausnahme schwerwiegender Fälle muß dieser Mißbrauch vor Ausspruch der Kündigung abgemahnt werden. Sofern ein betriebliches Alkoholverbot besteht, ist die Kündigung in der Regel wirksam. Ansonsten ist die Kündigung gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer derart angetrunken ist, daß er seine Arbeit nicht mehr erbringen kann.

Übrigens kann sogar der außerdienstliche Alkoholgenuß zur Kündigung führen. Verliert beispielsweise ein Kraftfahrer seinen Führerschein wegen Trunkenheit, kann der Arbeitgeber kündigen, wenn es für die Zeit des Führerscheinentzugs keine anderen Einsatzmöglichkeiten gibt.