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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kälte am Arbeitsplatz

Bei uns im Büro wird die Heizung einfach nicht warm. Mein Chef meint, dass wir übertreiben. Außerdem könne man im Kalten besser arbeiten. Ich finde das unmöglich. Hat der Arbeitgeber hier gar keine Fürsorgepflichten?

So malerisch Eisblumen oder Schneekristalle in der Natur auch aussehen mögen, im Büro möchte man sie lieber nicht bewundern. Werden die Finger bereits blau und sind kleine Atemwölkchen keine Seltenheit mehr, sollten sich nicht nur Arbeitnehmer warm anziehen. Für Arbeitgeber besteht nämlich insoweit gegenüber ihren Mitarbeitern eine gesetzliche Fürsorgepflicht. Demnach müssen sie die Arbeitsräume soweit heizen, dass die Raumtemperatur gesundheitlich zuträglich ist. Was im Einzelnen darunter zu verstehen ist, erschließt sich nicht aus einem direkten Blick ins Gesetz. Dagegen verschafft ein Blick in die Arbeitsstättenregel Abhilfe, wonach es in Büroräumen grundsätzlich mindestens 20 Grad warm sein soll. Bewegt sich der Mitarbeiter verstärkt bei seiner Arbeit und handelt es sich um körperliche Tätigkeiten, sollen hingegen bereits 17 bis hin zu 12 Grad „Betriebstemperatur“ ausreichen. Demnach gilt: Je schwerer die Arbeit, desto eher darf es kalt sein. Zu beachten ist jedoch, dass diese Werte lediglich Sollwerte darstellen, d.h. eine absolute und notfalls einklagbare Einhaltungspflicht besteht für den Arbeitgeber nicht. Sollte es über längere Zeit im Büro zu kalt sein, ist es ratsam, zunächst das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Wer nämlich aus Protest einfach nach Hause geht, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen. Im Sinne eines guten „Arbeitsklimas“ sollte daher gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden. Denn jedem Arbeitgeber sollte die Anschaffung zusätzlicher Heizstrahler lieber sein, als zahlreiche verschnupfte oder sogar erkrankte Arbeitnehmer.