Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Internetnutzung

Ein Mitarbeiter surft während der Arbeitszeit die ganze Zeit im Internet. Seine Aufgaben bleiben somit ständig liegen. Als ich ihn darauf angesprochen habe, meinte er, es sei ihm egal. Jetzt habe ich genug. Kann ich ihn fristlos kündigen?

Ohne Fleiß, kein Preis. So richtig diese Weisheit in der Arbeitswelt auch sein mag, es kommt immer wieder vor, dass einige Arbeitnehmer diesen Grundsatz nicht ganz so genau nehmen. Gerade im Zeitalter des Internets ist die Versuchung groß. Statt zu arbeiten werden lieber die privaten E-Mails überprüft oder die neusten Nachrichten bei Facebook gelesen. Arbeitnehmer sollten es aber nicht übertreiben. Wird es dem Arbeitgeber zu bunt, kann schneller als gedacht die Kündigung ins Haus flattern. Eine übermäßige private Nutzung des Internets während der Arbeitszeit stellt nämlich nach der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte eine Form der Arbeitsverweigerung dar und kann damit einen wichtigen Grund zur Kündigung darstellen. In der Regel wird aber vorher eine Abmahnung erforderlich sein. Der Arbeitnehmer soll dadurch nochmal die Chance bekommen, sein Verhalten zu ändern, bevor er endgültig entlassen werden kann. Nur wenn von vornherein feststeht, dass er weiterhin surfen wird. Die Abmahnung ist dann entbehrlich. Das ist z.B. der Fall, wenn der Mitarbeiter bereits angekündigt hat, dass er sein Verhalten auf gar keinen Fall ändern wird. Da dies aber vor Gericht oftmals schwer nachzuweisen ist, sollte lieber vorher abgemahnt werden. Ansonsten gibt es für den Arbeitgeber nur ein unnötiges böses Erwachen. Fristlose Kündigungen sind in solchen Fällen in der Praxis schwer durchsetzbar. Bei exzessiver Internetnutzung ist eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Wege der ordentlichen Kündigung dagegen durchaus aussichtsreich.