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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Home Office

Ich möchte meinen Mitarbeitern ermöglichen, in Zukunft verstärkt von zu Hause aus zu arbeiten. Doch was muss ich alles dabei beachten? Darf ich sie auch zum Home Office verpflichten?

Weniger Bürofläche, gesparte Miete, glückliche Mitarbeiter. Arbeiten im Home Office bietet nicht nur für Arbeitnehmer Vorteile. Immer mehr Arbeitgeber setzen auf flexible Arbeitsmodelle und bieten ihren Mitarbeitern an, von daheim aus zu arbeiten. Damit die gut gemeinte Idee aber nicht zum Albtraum wird, sollten unbedingt einige Regeln beachtet werden. Eine Pflicht zur Arbeit im Home Office besteht grundsätzlich nicht. Der Arbeitgeber kann zwar im Rahmen seines Weisungsrechts grundsätzlich den Ort der Arbeit einseitig festlegen und damit auch anweisen. Er kann aber nicht über die privaten Räulichkeiten seiner Mitarbeiter bestimmen. Soll etwas anderes gelten, muss dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Um unnötige Streitigkeiten zu vermeiden, sollte außerdem vorher geklärt werden, wer die zusätzlichen Kosten für Telefon, Laptop, Schreibmaterial und Co. trägt. Sofern der Chef die Heimatarbeit selber angeordnet hat, sind die Kosten natürlich von der Firma zu tragen. Genauso hoher Regelungsbedarf besteht bei der Arbeitszeit. Auch wer zu Hause arbeitet, muss erreichbar sein, sei es für den Kunden oder Vorgesetzten. In der Praxis wird daher oftmals eine Kernzeit vereinbart, in welcher die Mitarbeiter arbeiten muss. Die restliche Arbeitszeit kann dagegen flexibel gestaltet werden. Vertrauen ist damit letztendlich die wichtigste Voraussetzung. Zu Hause kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter schließlich nur schlecht überprüfen. Fehlt das Vertrauen, hilft auch die beste Abrede nichts.