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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Hamburger Modell

Ich war lange krank und möchte langsam wieder anfangen zu arbeiten. Mein Chef hat mir den Einstieg über das Hamburger Modell vorgeschlagen. Ich weiß gar nicht was das ist. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Von Null auf Hundert. Das ist die Idealvorstellung vieler Arbeitgeber nach Rückkehr ihrer Arbeitnehmer aus der Krankheit. Nicht jeder Mitarbeiter ist jedoch nach langer Krankphase sofort wieder in der Lage, die volle Arbeitsleistung zu erbringen. Wer trotzdem einen Versuch wagen möchte, könnte es mit dem Hamburger Modell schaffen. Dieses Modell soll arbeitsunfähigen Beschäftigten die Möglichkeit bieten, sich langsam wieder an die frühere Arbeitsbelastung zu gewöhnen und sieht daher eine stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess vor. Das Modell ist eine gesetzliche Leistung der Krankenkasse. Jeder Mitarbeiter, der nach längerer Krankheit noch arbeitsunfähig ist, kann nach diesem Programm wieder eingegliedert werden. Wer das Hamburger Modell in Anspruch nehmen möchte, muss nur zum Arzt gehen. Hält der behandelnde Arzt die stufenweise Rückkehr in den Arbeitsalltag für sinnvoll, erstellt er in Absprache mit Patient und Arbeitgeber einen Stufenplan, in dem festgelegt wird, in welchen Schritten die Wiedereinführung in die bisherige Tätigkeit vorgenommen wird. Anfangs wird regelmäßig nur ein Umfang von zwei, vier und sechs Stunden festgelegt, um dann wieder später voll arbeiten zu können. Ein festes Dogma ist das aber nicht. Der Stufenplan kann nachträglich verändert werden, je nachdem, ob die Genesung langsamer oder schneller als gedacht verläuft. Selbst ein Abbruch des Modells ist aus gesundheitlichen Gründen jederzeit möglich. Der Arbeitgeber muss dem Hamburger Modell allerdings zustimmen, was in der Regel kein Problem sein dürfte. Der Arbeitnehmer erhält nämlich während der gesamten Zeit weiterhin Krankengeld von der Krankenkasse. Gehalt muss er also trotz Arbeitsleistung nicht zahlen. Druck besteht also für beide Seiten nicht. Und an einer schnellen Genesung sind schließlich alle Beteiligten interessiert.