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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Haftung

Im Arbeitsprozess ist mir ein Fehler unterlaufen. Jetzt verlangt mein Arbeitgeber Schadensersatz dafür. Darf er das?

Grundsätzlich kann der Geschädigte den Schädiger in Haftung nehmen, wenn er schuldhaft einen Schaden verursacht. Im Arbeitsrecht stellt sich die Situation jedoch anders war. Im Arbeitsverhältnis gelten Besonderheiten, nämlich Haftungsprivilegien zu Gunsten der Arbeitnehmer. Schließlich „bestellt“ der Arbeitgeber die Arbeit und weist seinen Mitarbeitern Arbeitsaufgaben zu. Weil der Arbeitgeber die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Arbeitsprozess zieht, muss er auf der anderen Seite - zumindest bis zu einem gewissen Maße – auch wirtschaftliche Nachteile tragen, die durch Schadensfälle verursacht werden. Kommt es zu einem Schaden im Betrieb kann der Arbeitsgeber seine Mitarbeiter immer auf Schadensersatz in Anspruch nehmen, wenn ein Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit vorliegt. Anders sieht es dagegen aus, wenn dem Mitarbeiter nur mittlere oder sogar nur leichte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. In diesen Fällen ist eine Verteilung der Haftung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzunehmen. Die Arbeitsgerichte haben hierfür ein abgestuftes Haftungsmodell entwickelt: Schäden, die infolge mittlerer Fahrlässigkeit entstanden sind, werden auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer anteilig verteilt. In der Regel wird der Schaden hälftig geteilt, gedrittelt oder geviertelt. D.h. der Arbeitnehmer muss im Schadensfall nur einen ich mich Drittel oder ein Viertel des Schadens tragen. Von verschiedenen Arbeitsgerichten wird sogar eine Haftungsobergrenze erwogen. Zum Beispiel wird überlegt, einen Schaden auf maximal zwei oder drei Bruttomonatsgehälter festzusetzen, um den Arbeitnehmer nicht finanziell in den Ruin zu treiben. Durchgesetzt hat sich dieser Ansatz jedoch nicht. Daher muss, welcher Grad von Fahrlässigkeit konkret vorliegt. Glück hat ein Arbeitnehmer im Falle leichter Fahrlässigkeit. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer gar nicht.