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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Haftung

Ich habe mit meinen Dienstwagen eine rote Ampel übersehen. Die Folge war ein Totalschaden. Mein Arbeitgeber verlangt, dass ich sämtliche Kosten trage. Darf er das?

Generell gilt natürlich, dass derjenige, der einen Schaden verursacht, für diesen auch einstehen muss. Nach der Rechtsprechung unterliegen Arbeitnehmer diesem Grundsatz aber nur im beschränkten Umfang. Der Arbeitgeber zieht schließlich Nutzen aus der Beschäftigung des Arbeitnehmers, sodass dieser nicht in jedem Fall umfassend haften soll, wenn etwas schief läuft. Der Arbeitnehmer könnte ansonsten unangemessen hart getroffen werden und ein Schaden sein Gehalt um ein Vielfaches übersteigen. Ob der Arbeitnehmer persönlich haften muss, hängt davon ab, ob der Schaden vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt wurde. Stolpert ein Arbeitnehmer z.B. über eine Türschwelle und stößt er dabei einen Computer vom Tisch, kann immer noch von leichter Fahrlässigkeit ausgegangen werden. Da so etwas mal passieren kann, haftet der Arbeitnehmer nicht. Bei normaler Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer anteilig. Übersteigt der Schaden im erheblichen Maß das Einkommen des Arbeitnehmers, kann seine Haftung zusätzlich beschränkt werden. Anders sieht es bei der groben Fahrlässigkeit aus. Beim Überfahren einer roten Ampel kann der Arbeitnehmer in Haftung genommen werden. Schließlich ist das ein schwerwiegender Verstoß, der nicht passieren darf. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in solchen Fällen eine Haftpflichtversicherung besteht. Der Arbeitnehmer hat somit maximal die Kosten für die Selbstbeteiligung und eine eventuelle Höherstufung zu zahlen. Wird vom Arbeitnehmer Firmeneigentum vorsätzlich zerstört, muss natürlich im vollen Umfang gehaftet werden.