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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Gleitzeit

Mein Chef hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, in Gleitzeit zu arbeiten. Wie funktioniert Gleitzeit eigentlich genau und was für Vor-und Nachteile ergeben sich daraus für mich?

Starre Arbeitszeiten von acht Stunden zu festgelegten Zeiten sind nicht mehr modern. Arbeitgeber verlangen immer häufiger flexible Arbeitszeiten. Sie fordern dadurch mehr Vertrauen und verzichten zumindest zu einem gewissen Teil auf Kontrolle. Was bei traditionsbewussten Betrieben in erster Linie für Skepsis sorgt, bietet in Wahrheit viele Vorteile. Grundprinzip beim Gleitzeit-Modell ist es, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit in einem gewissen Rahmen selbst festlegen können. Einen festen Arbeitsbeginn bzw. ein festes Arbeitsende gibt es nicht. Die genaue Ausgestaltung fällt in jedem Betrieb allerdings unterschiedlich aus. Möglich ist, dass der Arbeitnehmer Beginn, Ende und Dauer der Arbeit komplett selber bestimmt. Vorgegeben ist lediglich, wie viele Stunden der Mitarbeiter in der Woche oder im Monat zu arbeiten hat. Um die Arbeitszeit im Betrieb jedoch zumindest einigermaßen planen zu können, setzen Arbeitgeber in der Regel einen zeitlichen Rahmen, d.h. der frühestmögliche Beginn und das spätmöglichste Ende der Arbeitszeit, fest. Außerdem wird eine Kernzeit vereinbart. In dieser Zeit müssen alle Arbeitnehmer am Arbeitsplatz anwesend sein. Außerhalb der Kernzeit können die Mitarbeiter entscheiden, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und wann für sie Feierabend ist. Gibt es keine Kernzeit und gibt es überhaupt keine Vorgaben, so handelt es sich um Vertrauensarbeitszeit. Die Gleitzeit bietet für Arbeitnehmer immense Vorteile. Ob morgens länger schlafen oder nachmittags eher heim, private Termine können wesentlich leichter mit dem Berufsleben vereinbart werden, als es mit festen Arbeitszeiten der Fall ist. Doch auch für den Arbeitgeber lohnen sich Gleitzeitmodelle. Das Betriebsklima ist entspannter und die Mitarbeiter arbeiten dadurch effektiver. Gleitzeit lohnt sich somit für beide Seiten.