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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Geschenke annehmen erlaubt?

Bargeld, Champagner und Reisen sind tabu

Bestechungsskandale sorgen in der letzten Zeit immer wieder für negative Schlagzeilen. Viele Arbeitnehmer sind dadurch verunsichert, ob man Geschenke am Arbeitsplatz überhaupt noch annehmen darf oder ob man besser die Finger davon lassen sollte. Grundsätzlich gilt: Bei Geschenken von Kunden oder Geschäftspartnern muss genau hingesehen werden, was angenommen wird und was nicht. Kleine Aufmerksamkeiten, mit denen sich ein Geschäftspartner oder Kunde bedankt, sind zwar in der Regel kein Problem. So können Pralinen, Kugelschreiber oder Kekse ohne Bedenken angenommen werden. Einladungskarten zu Sportveranstaltungen oder der teure Wein sollten dagegen besser abgelehnt werden. Eine eindeutige gesetzliche Regelung gibt es jedoch nicht. Einen Richtwert aber schon: Geschenke bis zu einem Wert von 30 Euro sind regelmäßig problemlos.

Tabu sind auf jeden Fall Bargeld, Champagner, teure technische Geräte, eine Einladung ins Drei-Sterne-Restaurant oder Reisen. Vorsicht ist insbesondere dann angebracht, wenn die Geschenke vor die eigene Haustür geliefert werden - dies ist ein eindeutiger Bestechungsversuch.

Höflich ablehnen

Was sagt man aber dem Geschäftspartner, wenn er sich mit einem offensichtlich zu teuren Geschenk bedanken möchte? Wer auf Nummer sichergehen will, der muss das Geschenk freundlich ablehnen. Anders geht es leider nicht. Damit der Kunde nicht verärgert wird, sollte am besten auf bestehende Regelungen im Unternehmen hinweisen, welche die Grenze für Geschenke festlegen. Ansonsten sollte man sich für die entgegengebrachte Freundlichkeit bedanken, aber klarstellen, dass ansonsten der Job verloren gehen könnte. Schließlich sollte zum reinen Selbstschutz immer der Vorgesetzte informiert werden. Dann kann nichts schief gehen. Wer trotzdem nicht widerstehen kann, muss mit strafrechtlichen und arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen, etwa mit einer Abmahnung oder der Kündigung. Werden Geschenke als Bestechung im großen Umfang angenommen werden, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.