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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Geheimhaltungspflicht des Arbeitgebers

Letzte Woche hat meine Frau ihrem Chef mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Kurz darauf erhielt sie von mehreren Kollegen Glückwünsche. Unterliegt der Arbeitgeber keiner Schweigepflicht?

Arbeitnehmer müssen Verschwiegenheit wahren, was Betriebsgeheimnisse angeht. Das ist allgemein bekannt. Die Tatsache, dass auch Arbeitgeber bezüglich bestimmter Informationen einer Schweigepflicht unterlie¬gen, ist hingegen nicht jedem bewusst. Die Schweigepflicht erstreckt sich auf alle Informationen, an dessen Geheimhaltung der Arbeitnehmer ein berechtigtes Interesse hat. Was hierunter zu verstehen ist, ist zugegebenermaßen nicht auf den ersten Blick erkennbar. Erfasst werden vor allem dem Arbeitgeber bekannt gewordene Informationen, wie persönliche Daten, das Vorliegen einer Schwangerschaft oder Krankheit, Details zu Schwerbehinderungen und ähnliches. Solche Informationen darf der Arbeitgeber weder an andere Mitarbeiter noch an externe Dritte weitergeben. Bei einer Schwangerschaft gilt dieses Verbot sogar per Gesetz. Das Mutterschutzgesetz verbietet ausdrücklich die unbefugte Bekanntgabe der werdenden Mutter gegenüber Dritten. Es ist Sache der Arbeitnehmerin zu entscheiden, wann und vor allem wem sie von ihrem persönlichen Glück berichten möchte. Das gilt auch für den Kollegenkreis. Der Arbeitgeber hat kein Recht, ihr diese Entscheidung vorwegzunehmen. Einschränkend ist allerdings zu beachten, dass der Arbeitgeber zumindest die Personen informieren muss, die für die Einhaltung der Mutterschutzvorschriften mitverantwortlich sind. Hierzu gehören z.B. die Personalabteilung, der unmittelbare Vorgesetzte oder auch der Betriebsrat. Ihnen gegenüber gilt die Geheimhaltungspflicht somit nicht. Die Gefahr, dass diese die Informationen weitertragen, ist gering. Diejenigen, die auf diese Weise von der Schwangerschaft erfahren haben, ist es nämlich ebenfalls verboten, derartige Informationen an Dritte weiterzugeben. Die Devise lautet: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer sich nicht daran hält, muss unter Umständen mit einer Schmerzensgeldklage rechnen.