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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Gehaltsfortzahlung

Ein Freund von mir ist zu spät zur Arbeit gekommen, weil die S-Bahn mal wieder ausgefallen ist. Sein Arbeitgeber möchte, dass er die Arbeitsstunden nachholt, ansonsten würde er ihm den Lohn kürzen. Darf er das?

Prinzipiell gilt der Grundsatz: „Ohne Arbeit kein Lohn.“ Das bedeutet aber nicht, dass der Arbeitgeber jedes Mal von seiner Pflicht zur Gehaltszahlung befreit ist, wenn ein Arbeitnehmer nicht arbeiten kann. Von Gesetzes wegen kann der Anspruch auf Gehalt bestehen bleiben. Das hat jedoch drei Voraussetzungen: Zunächst muss ein in der Person liegender Grund für den Arbeitsausfall vorliegen. Weiterhin darf die vorübergehende Arbeitsverhinderung nur für kurze Zeit eintreten. Wie lange das im Einzelnen dauern darf, ist vom Einzelfall abhängig. Ein paar Tage sind aber in der Regel zulässig. Zuletzt darf den Arbeitnehmer kein Verschulden treffen. Er darf also für seinen Arbeitsausfall nicht verantwortlich gewesen sein. Fallen öffentliche Verkehrsmittel wie z.B. die S-Bahn aus, darf der Arbeitgeber verlangen, dass die Arbeit nachgeholt wird. Hier liegt nämlich kein Grund für den Arbeitsausfall in der Person des Arbeitnehmers vor. Das Wegrisiko liegt ausschließlich beim Arbeitnehmer. Er muss dafür sorgen, dass er pünktlich bei der Arbeit erscheint. Alternativ kann der Arbeitgeber auch das Gehalt kürzen. Außerdem könnte er eine Abmahnung aussprechen. Zwar trifft den Arbeitsnehmer an dem S-Bahnausfall keine Schuld. Auf Verschulden kommt es bei Abmahnungen aber nicht an. Sofort kündigen geht jedoch nicht. Das Zuspätkommen muss sich schon mehrfach wiederholen, um eine Kündigung zu rechtfertigen.