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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Fußball-WM während der Arbeit

Bald fängt die Fußball-WM an und ich möchte so viele Spiele wie möglich sehen. Mein Chef will aber meine Arbeitszeiten nicht verschieben. Ich finde das unfair, schließlich ist die WM nur alle vier Jahre. Was kann ich tun?

Fußballfans haben lange darauf gewartet. Bald ist es nun soweit. Am Mitte Juni startet die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Wenn die besten Nationalmannschaften um den begehrtesten Titel der Welt spielen, werden Millionen von Fans bei möglichst vielen Spielen begeistert mitfiebern wollen. Für Arbeitnehmer könnte sich das allerdings als schwierig erweisen. Viele Spiele beginnen nämlich nach deutscher Zeit spätabends. Einige beginnen sogar erst um Mitternacht. Wer Spätschichten leisten muss oder morgens nur schwer aufstehen kann, wird also die Zähne zusammenbeißen müssen. Denn aller noch so großen Begeisterung zu Trotz: Die Arbeit hat Vorrang. Arbeitnehmer, die zu Spielzeiten arbeiten müssen, können auch nicht so einfach die Spiele verfolgen. Wer Fußball schaut, arbeitet nicht und verstößt damit gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Das gleiche gilt für Langschläfer. Auch eine Fußball-WM kann ein wiederholtes Zuspätkommen keinesfalls rechtfertigen. Wer länger schlafen will, sollte seinen Chef um einen späteren Schichtbeginn bitten. Einen Anspruch darauf besteht aber nicht. Notfalls müssen die hart erarbeiten Urlaubstage herhalten. Fußballschauen während der Arbeitszeit, Zuspätkommen oder auch simulierte Krankmeldungen sind jedenfalls keine Lösung und berechtigen den Arbeitgeber zur Abmahnung. Wer das jedoch riskiert, schießt sich letztendlich nur selbst ein Eigentor. Bei Wiederholung droht unter Umständen sogar die Kündigung. Genügend Zeit für die WM bleibt dann allerdings allemal.