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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Entgeltfortzahlung

Einer meiner Mitarbeiter war sechs Wochen lang krank. Letzte Woche schickte er eine weitere Krankschreibung. Für mich wird das langsam zu teuer. Ich muss doch sowieso nur für sechs Wochen Lohnfortzahlung leisten, oder?

Gründe gibt es viele: Ein schmerzhaftes Rückenleiden, eine nicht abklingende Entzündung oder eine hartnäckige Grippe. Wenn ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, das Gehalt für sechs Wochen weiterzuzahlen. Danach endet grundsätzlich seine Entgeltfortzahlungspflicht. Kann der Arbeitnehmer trotzdem nicht weiterarbeiten, springt die Krankenkasse ein. Damit ist der Sachverhalt eigentlich eindeutig geregelt. So einfach wie das klingt, ist es in der Praxis aber oftmals nicht. Kompliziert wird es nämlich dann, wenn der Arbeitnehmer an einer neuen Krankheit erkrankt. Ist das der Fall, muss der Arbeitgeber von neuem Entgeltfortzahlung leisten und das wieder bis zu sechs Wochen. Das kann dann theoretisch immer so weiter gehen. Voraussetzung ist aber, dass die Neuerkrankung in keinem Zusammenhang mit der vorherigen Krankheit steht. Es muss sich um eine Neuerkrankung handeln. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer zunächst wegen eines Armbruches ausfällt und nach Ablauf der sechs Wochen an einer Grippe erkrankt. Anders verhält es sich dagegen, wenn der Arbeitnehmer noch an der ersten Erkrankung leidet und eine weitere Krankheit lediglich dazukommt. Die neue Erkrankung ist in diesem Fall nicht die eigentliche Ursache der Arbeitsunfähigkeit. In einer solchen Konstellation kann der Arbeitgeber geltend machen, dass die Arbeitsunfähigkeit wegen der ersten Grunderkrankung fortbesteht und nicht auf der zusätzlichen Erkrankung beruht. Dann könnte er ausnahmsweise die Entgeltfortzahlung verweigern. Ist sich der Arbeitgeber dagegen nicht sicher, ob sein Mitarbeiter überhaupt erkrankt ist, kann er ihn zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen schicken. Dort wird allerdings nur geprüft, ob der Arbeitnehmer arbeitsunfähig ist und nicht mitgeteilt, an welcher Krankheit er leidet. Einer solchen Auskunft steht die ärztliche Schweigepflicht entgegen.