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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Entgeltfortzahlung und Schönheitsoperationen

Wenn ich krank bin, wird mein Gehalt während der Krankheit doch fortgezahlt. Gilt das auch für Schönheitsoperationen?

Im Krankheitsfall müssen Arbeitgeber für sechs Wochen lang das Gehalt ihrer Arbeitnehmer in voller Höhe fortzahlen. So sieht es das In diesen Fragen maßgebliche Entgeltfortzahlungsgesetz vor. Bestrebungen, die Höhe der Entgeltfortzahlung zu reduzieren, sind letztlich immer gescheitert. Wichtig ist, dass die Entgeltfortzahlung zur Arbeitsunfähigkeit führt. In der Diskussion steht gegenwärtig, dass es zukünftig eine anteilige Arbeitsunfähigkeit geben soll. Das bedeutet, dass zum Beispiel Bürotätigkeiten zu verrichten sind, wenn der behandelnde Arzt lediglich zu 5 oder 50 % krank schreibt und die Krankheit diese Art von Tätigkeiten noch zulässt. Wenn der Fuß also verstaucht ist, sind Kundenbesuche vielleicht nicht mehr möglich -Papierarbeit im Büro dagegen schon. Grundsätzlich unerheblich ist, warum es zur Krankheit gekommen ist. Sportverletzungen, Erkältungserkrankungen, ein Beinbruch oder psychische Beeinträchtigungen können zur Arbeitsunfähigkeit führen, ohne dass auf Gehalt verzichtet werden muss. Soll eine Schönheitsoperation durchgeführt werden, um Unfallfolgen zu beseitigen und ist die Operation medizinisch indiziert, darf auch für diese Zeit mit Entgeltfortzahlung gerechnet werden. Reine kosmetische Operationen und sich daran anschließende Fehlzeiten, wie zum Beispiel die Begradigung der Nase, das Weglasern von Tattoos, Fettabsaugen oder das Straffen bestimmter Körperpartien führen nicht zu einem Entgeltfortzahlungsanspruch. Für diese Fehlzeiten gibt es daher kein Gehalt. Festzuhalten ist daher: Ein ungesunder Lebensstil und daraus resultierende Erkrankungen lassen die Entgeltfortzahlung unangetastet. Für Operationen aus Eitelkeit müsste dann Urlaub genommen werden. Die einzige Ausnahme ist, wenn es infolge einer Schönheitsoperation zu Komplikationen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.