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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Elternzeit

Ich habe Elternzeit beantragt. Mein Chef meint aber, mir würde Elternzeit nicht zustehen, da ich nur in Teilzeit arbeite. Außerdem passt ihm der Zeitraum nicht. Wie ist die Rechtslage?

Durch die Elternzeit soll es beiden Elternteilen ermöglicht werden, sich in den ersten Lebensjahren um ihr Kind zu kümmern. Zu diesem Zweck kann sich ein Arbeitnehmer unbezahlt bis zu drei Jahren von seiner Arbeit freistellen lassen, ohne mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes rechnen zu müssen, da er während dieser Zeit Kündigungsschutz genießt. Das Arbeitsverhältnis ruht solange und somit auch der Anspruch auf Arbeitsentgelt. Das Recht auf Elternzeit besteht unabhängig vom Umfang der Arbeitszeit, sodass es unerheblich ist, ob in Vollzeit oder nur in Teilzeit gearbeitet wird. Voraussetzung ist lediglich, dass die Eltern mit ihrem Kind im eigenen Haushalt zusammenleben. Der Anspruch auf Elternzeit muss dem Arbeitgeber mindestens sieben Wochen vor Antrittsbeginn schriftlich angekündigt werden. Ob ein Arbeitnehmer Elternzeit in Anspruch nimmt oder nicht, liegt ausschließlich in seinem Ermessen. Aus diesem Grund kann der Arbeitgeber die Elternzeit auch nicht aus betrieblichen Gründen verweigern oder zeitlich verschieben. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich. Allerdings kann der Arbeitnehmer seine Elternzeit auch nicht ohne weiteres widerrufen. Der Arbeitgeber soll schließlich in der Lage sein, den Arbeitsausfall zu überbrücken. Nur in absoluten Härtefällen, wie z.B. schweren Krankheiten, der Tod eines Elternteiles, einer weiteren Schwangerschaft oder wenn der Arbeitgeber zustimmt, kann der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis vorzeitig wieder aufnehmen.