Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Elternzeit und Urlaub

In zwei Wochen endet meine einjährige Elternzeit. Steht mir noch Urlaub aus der Elternzeit zu? Muss ich Fristen beachten, wenn ich aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden will?

Elternzeit bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis lediglich „ruht“ und somit der Urlaubsanspruch ebenfalls weiterhin entsteht. Der Arbeitgeber kann jedoch den Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel kürzen. Dies gilt allerdings nicht, wenn während der Elternzeit Teilzeitarbeit geleistet wird. Hat der Arbeitgeber vergessen, die Kürzung zu erklären, dann besteht der volle Urlaubsanspruch. Konnte vor Antritt der Elternzeit der noch zustehende Urlaub nicht oder nicht im vollen Umfang genommen werden, muss der Arbeitgeber den Resturlaub nach der Elternzeit im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr gewähren. Meldet der Arbeitnehmer diesen Urlaubsanspruch nach der Elternzeit nicht rechtzeitig an, obwohl die Möglichkeit dazu bestand, Urlaub zu nehmen, können die Urlaubsansprüche verfallen. Urlaub ist nämlich grundsätzlich im Kalenderjahr zu nehmen und verfällt – abgesehen von der oben beschriebenen Ausnahme - mit Ablauf des Kalenderjahres. Soll das Arbeitsverhältnis nach der Elternzeit beendet werden, z.B. weil man sich voll auf sein Kind konzentrieren möchte, ist dringend auf eventuelle Ausschlussfristen zu achten. Gemäß einer solchen Klausel, die regelmäßig im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag geregelt ist, müssen Ansprüche aus dem Arbeitsvertrag binnen einer Frist von meistens drei oder sechs Monaten beim Arbeitgeber geltend gemacht werden. Wird die Frist versäumt, verfällt der Anspruch auf finanzielle Abgeltung des Urlaubs. Mittlerweile sind die Voraussetzungen für eine Geltendmachung des Urlaubsabgeltungsanspruchs erleichtert worden. Ausreichend ist jetzt eine Geltendmachung per E-Mail, wohingegen früher zwingend eine schriftliche Geltendmachung notwendig war.