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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Burnout am Arbeitsplatz

Aufgrund eines Burnouts bin ich seit einigen Monaten krank. Mein Chef möchte nun den Grund für meine häufigen Ausfälle erfahren. Ich befürchte, dass er mich kündigen will. Muss ich ihm die Ursache nennen?

Laut Statistik leiden immer mehr Arbeitnehmer unter einem Burnout. Zu viel Stress, zu hohe Erwartungen und eine kaum leistbare Arbeitsmenge sind nur ein paar Gründe, die zu einem Burnout führen können. Neben den Sorgen um die eigene Gesundheit kommt oftmals auch die Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes. Tatsächlich ist die Kündigung eines Arbeitnehmers, der krankheitsbedingt seine Arbeitsleistung über längere Zeit nicht ausüben kann, möglich. Damit eine solche Kündigung wirksam ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Zunächst muss eine sogenannte negative Gesundheitsprognose vorliegen. Hierfür ist erforderlich, dass zum Zeitpunkt des Kündigungszugangs damit zu rechnen war, dass der Arbeitnehmer auch zukünftig wegen Erkrankung ausfallen wird. Die Beweislast trägt der Arbeitgeber. Die Gesundheitsprognose wird als negativ angesehen, wenn der Arbeitnehmer in den vergangenen drei Jahren jeweils länger als sechs Wochen krank war und eine Änderung dieses Zustands nicht in Aussicht steht oder absehbar ist, dass er für länger als zwei Jahre ausfällt. Wichtig ist, dass Arbeitnehmer den Grund für ihre Erkrankung nicht nennen müssen. Der Arbeitgeber weiß dadurch in der Regel nur von einer längerfristigen Erkrankung und kann damit – ohne genauere Kenntnis - nur nach den äußeren Umständen urteilen. Er müsste also „ins Blaue hinein“ kündigen. Als zweite Voraussetzung muss feststehen, dass die Fehlzeiten des Erkrankten den wirtschaftlichen Interessen oder dem innerbetrieblichen Ablauf des Unternehmens schaden. Zu guter Letzt muss schließlich das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Interesse des Arbeitnehmers an dem Erhalt seines Arbeitsplatzes überwiegen. Dabei spielt die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine Rolle und inwieweit das Burnout durch den Job veranlasst wurde. In der Praxis ist es für den Arbeitgeber ausgesprochen schwierig, eine wirksame Kündigung wegen Burnouts durchzusetzen.