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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Bewerber nachforschen im Internet

Bewerber werden bei uns regelmäßig im Internet überprüft. Auch bei privaten Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Ich finde das geht zu weit. Darf der Arbeitgeber private Informationen sammeln?

"Das Netz vergisst nichts!"" Diese weit verbreitete Redensart ist jedermann bekannt und natürlich auch der Personalabteilung. Nach einer aktuellen Studie sucht jeder zweite Arbeitgeber im World Wide Web nach Informationen über den neuen potenziellen Arbeitnehmer. Sie googeln, schauen auf Karriereseiten und klappern soziale Netzwerke wie Facebook oder StayFriends ab. Wilde Partyfotos oder peinliche Kommentare können sich dann für Bewerber als Einstellungshindernisses und für Mitarbeiter als wahres Karrierehindernis erweisen. Wie praktisch und effektiv diese Informationsquelle auch sein mag, so einfach nachforschen darf der Arbeitgeber nicht. Recherchiert er im Internet über einen Bewerber oder über einen Mitarbeiter, fällt sein Handeln unter die Anwendung des Bundesdatenschutzgesetzes. Nach diesem Gesetz dürfen Daten nur erhoben und ausgewertet werden, wenn sie z.B. für die Entscheidung, ob ein Bewerber eingestellt werden soll, wichtig sind. Hegt er ernsthafte Zweifel, ob die Angaben im Lebenslauf stimmen, darf er diese prinzipiell überprüfen. Private Fotos des Bewerbers oder Informationen über ihn, die nicht im Zusammenhang mit dem zukünftigen Arbeitsverhältnis stehen, sind hingegen irrelevant und dürfen nicht ausgewertet werden. Soweit zumindest die Theorie. Jeder Bewerber sollte sich jedoch bewusst sein, dass in der Praxis die Beweisführung sehr schwer sein dürfte, wonach die Einstellung an unangebrachten Fotos im Facebookprofil scheiterte. Vor diesem Hintergrund sollte man sich ganz genau überlegen, welche Informationen mit der ganzen Welt geteilt werden und welche privaten Vorlieben oder Kommentare lieber privat bleiben sollten.