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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Mein Freund leidet unter chronischen Rückenschmerzen und kann seit letztem Jahr zu seinem Leidwesen immer häufiger nicht mehr arbeiten. Ich habe jetzt was von einem betrieblichen Eingliederungsmanagement gelesen. Kann er das auch machen? Was ist das überhaupt?

„Ich würde ja, wenn ich nur könnte.“ Viele krankgeschriebene Arbeitnehmer sind durchaus arbeitswillig. Arbeiten sei eine zu hohe Belastung und einfach undenkbar. Dass das nicht in jedem Fall stimmen muss, zeigt die Praxis. Durch einfache Veränderungen können Arbeitsbedingungen soweit erleichtert werden, dass arbeitsunfähige Arbeitnehmer ihren Beruf wieder aufnehmen können. Um dies zu fördern, sieht der Gesetzgeber das sog. Betriebliche Eingliederungsmanagement vor, kurz BEM genannt. Sobald ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen am Stück oder über das Jahr verteilt arbeitsunfähig ist, muss der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter im Wege des BEM ein Gespräch anbieten. Für die erkrankten Arbeitnehmer ist die Teilnahme freiwillig. Arbeitsrechtliche Konsequenzen müssen sie bei einer Ablehnung nicht befürchten. Entscheiden sie sich jedoch für das BEM, wird in einem speziellen Verfahren der Arbeitsplatz und die einzelnen Arbeitsaufgaben des erkrankten Mitarbeiters genauestens auf den Prüfstand gestellt und überlegt, durch welche Maßnahmen eine Arbeitsaufnahme wieder ermöglicht werden kann. Ziel des BEM ist es, die Arbeitsbedingungen auf die Bedürfnisse des erkrankten Arbeitnehmers anzupassen. So kann z.B. einer Schreibkraft, die im Sitzen unter Rückenschmerzen leidet, ein höhenverstellbarer Tisch angeboten werden, der das Arbeiten auch im Stehen ermöglicht oder man vereinbart eine stufenweise Wiedereingliederung des Arbeitnehmers im Rahmen des Hamburger Modells. Der einzige „Pferdefuß“ ist, dass der Arbeitnehmer dem Chef den Grund für seine Erkrankung offenlegen muss, wenn das BEM Erfolg haben soll.