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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

BEM - Betriebliches Eingliederungsmanagement

Ich bin seit längerer Zeit krankgeschrieben. Jetzt hat mir mein Chef ein „BEM“ angeboten. Ich kann mir aber nichts darunter vorstellen. Was ist das?

Hören Arbeitnehmer die drei Buchstaben „BEM“, stehen die meisten vor einem Rätsel. Seit 2004 sieht der Gesetzgeber die Pflicht für Arbeitgeber vor, Mitarbeitern, die länger als sechs Wochen am Stück oder über das Jahr verteilt krank sind, ein BEM anzubieten. Unter dieser Abkürzung versteht man das sog. Betriebliche Eingliederungsmanagement. Faktisch handelt es sich um ein Gesundheitsmanagement. Der Arbeitgeber soll seinem kranken Arbeitnehmer ein Gespräch anbieten, um gemeinsam zu überlegen, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden kann. Als Ergebnis kommt z.B. in Betracht: Wer beim Sitzen unter starken Rückenschmerzen leidet, aber einen Schreibtischjob hat, kann im Wege des BEM einen höhenverstellbarer Tisch zur Verfügung gestellt bekommen. Das scheint attraktiv zu sein. Vorsichtige Arbeitnehmer stellen sich jedoch zu Recht die Frage: Gibt es neben dem echten Vorteil einen versteckten Nachteil? Als Arbeitnehmer sollte man sich im Klaren sein, ob der Arbeitgeber wirklich helfen oder ob er aufgrund der mit Hilfe des BEM gewonnenen Informationen kündigen will. Der Haken beim BEM ist nämlich, dass der Arbeitnehmer seinem Chef den Grund für seine Erkrankung mitteilen müsste, damit das BEM Erfolg haben soll. Dann kann durchaus die krankheitsbedingte Kündigung drohen. Wer also Angst um seinen Arbeitsplatz hat, sollte am BEM lieber nicht teilnehmen. Konsequenzen drohen aus einer Weigerung nicht. Die Teilnahme am BEM ist freiwillig. Kranke Arbeitnehmer sollten sich daher keinesfalls unter Druck setzen lassen.