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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Beleidigung am Arbeitsplatz

Bei der Zusammenarbeit mit einem Kollegen ist meinem Mann unbedacht das Wort „Vollidiot“ über die Lippen gekommen. Jetzt beschwert sich der Kollege beim Arbeitgeber. Muss mein Mann mit Konsequenzen rechnen?

Beleidigungen am Arbeitsplatz sind sehr unangenehm und können die Arbeitsatmosphäre erheblich belasten. Unter einer Beleidigung versteht man eine Äußerung, die dazu geeignet ist, die Ehre eines anderen Menschen zu untergraben oder zu missachten. Die Gefahr arbeitsrechtlicher Konsequenzen besteht immer dann, wenn die Beleidigung in nachhaltiger Weise geeignet ist, die Autorität des Betroffenen und das Betriebsklima zu schädigen. Die branchenspezifischen Umgangsgepflogenheiten und die näheren Umstände spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nicht jede derbe Bemerkung stellt gleich eine Beleidigung dar. So herrscht z.B. auf dem Bau ein rauerer Ton als im Hotelwesen oder in einer Bank. Auch ist es von Bedeutung, ob die Äußerung mündlich oder schriftlich getätigt wurde. Schriftliche Beleidigungen sind eher wohlüberlegt und einkalkuliert. Äußerungen in sozialen Netzwerken wie z.B. im Facebook können dabei besonders nachhaltig Schäden anrichten. Solange sie nicht gelöscht werden, können Nutzer diese immer wieder nachlesen. Mündliche Beleidigungen hingegen werden schnell im Affekt geäußert und sind auch schwerer nachweisbar. Fühlt man sich ungerecht behandelt oder provoziert, wirkt es „strafmildernd“, wenn sich ein Arbeitnehmer verbal „Luft“ macht. Zurückhaltung ist jedoch immer geboten. Äußerungen wie „Arschloch“, „Penner“ oder auch „Vollidiot“ sollten besser unterbleiben. Bei einer wirklich schwerwiegenden Beleidigung kann am Ende sogar die Kündigung stehen.