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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Befristungen ohne Ende

Ich bin seit drei Jahren in einer neu gegründeten Firma befristet beschäftigt. Jetzt soll ich nochmal für ein Jahr befristet angestellt werden. Geht das?

Normalerweise sind Befristungen bis zu insgesamt zwei Jahren unproblematisch. Der Arbeitgeber braucht für derartige Befristungen gar keinen Grund. Bis zu einer Gesamtdauer von zwei Jahren ist sogar die dreimalige Verlängerung eines befristeten Arbeitsverhältnisses zulässig. An sich kann die „Zwei-Jahres-Schallmauer“ nur dann überschritten werden, wenn ein sachlicher Grund für die Befristung vorliegt. Das ist z.B. bei Projektbefristungen, bei Elternzeitvertretungen, zur Erprobung oder auf Wunsch des Arbeitnehmers der Fall. Sachliche Befristungsgründe müssen immer sorgfältig auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft. Darüber hinaus gibt es zwei Ausnahmefälle, in denen die Dauer und die Anzahl von sachgrundlosen Befristungen ausgeweitet werden kann. Das betrifft zum Einen Unternehmen in der Gründungsphase. In den ersten vier Jahren nach der Gründung eines Unternehmens ist die Befristung und Verlängerung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines Sachgrundes bis zu vier Jahren zulässig. Nur für umstrukturierungsbedingte Neugründungen innerhalb eines Konzerns gilt das nicht. Zum Anderen kann die Anzahl der Verlängerungen oder die Höchstdauer der Befristung durch Tarifverträge beliebig erhöht werden. Nicht tarifgebundene Unternehmen können die Anwendung derartiger Tarifverträge in ihre Arbeitsverträge aufnehmen. Meistens sind die Befristungsdauer und die Verlängerungsmöglichkeiten auf vier Jahre begrenzt. Mehr machen die Gewerkschaften regelmäßig nicht mit. Befristungen von bis zu drei Jahren sind daher möglich. Wie immer kommt es auf den Einzelfall an.