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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Befristung und Verlängerung

Ich bin seit einem Jahr ohne Sachgrund befristet angestellt. Jetzt hat mir mein Chef angeboten, meinen Vertrag um zwei Jahre zu verlängern. Geht das so einfach? Wann habe ich einen Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag?

Was früher nur als Übergang angesehen wurde und eigentlich in einer Dauerbeschäftigung enden sollte, ist für viele Arbeitnehmer mittlerweile ganz normal. Befristete Arbeitsverträge gehören in der Berufswelt schon seit langem zur alltäglichen Praxis. Bei der Befristung von Arbeitsverträgen hat der Arbeitgeber zwei Möglichkeiten: Zum einen kann er einen befristeten Arbeitsvertrag mit Sachgrund abschließen. Häufigstes Beispiel ist die Elternzeitvertretung. Zum anderen kann ein Arbeitsverhältnis aber auch bis zu zwei Jahre ohne besonderen Grund befristet werden. Einzige Voraussetzung ist, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den letzten drei Jahren kein Arbeitsverhältnis bestanden hat und die Befristung die Höchstdauer von zwei Jahren nicht übersteigt. Innerhalb dieses Zeitraums darf das Arbeitsverhältnis allerdings dreimal verlängert werden. Für viele Arbeitgeber ist das ein Fallstrick. Das befristete Arbeitsverhältnis wird nämlich nur dann verlängert, wenn sich das neue befristete Verhältnis an das alte unmittelbar anschließt. Passiert das nicht, wandelt sich das scheinbar befristete Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis um. Ähnliches gilt, wenn der Mitarbeiter bereits schon mal im Betrieb gearbeitet hat. Hier ist dann nur noch eine Befristung mit Sachgrund möglich. In dem vorliegenden Fall geht es genau um diese Konstellation. Der Vertragsverlängerung sollte daher zugestimmt werden, da die Befristung unwirksam ist, wenn kein Sachgrund vorliegt. Dies hätte zur Folge, dass das Arbeitsverhältnis letztlich doch unbefristet ist.