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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Aussehen am Arbeitsplatz

Eine Kollegin möchte sich ein Piercing stechen lassen und ihre Haare „etwas außergewöhnlicher“ färben. Ich glaube nicht, dass unser Chef damit einverstanden ist. Kann meine Kollegin Probleme bekommen?

Die Kleidung und das äußere Erscheinungsbild von Arbeitnehmern ist immer wieder ein „heißes“ Thema. Über (Mode-)Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Grundsätzlich ist ein Arbeitnehmer natürlich frei in der Bestimmung, was er auf der Arbeit anzieht. Auch die Wahl seiner Frisur obliegt ihm. Nachvollziehbar ist dagegen auch, dass Arbeitgeber in gewissen Branchen auf ein gepflegtes Erscheinungsbild Wert legen, z.B. Banken, im Außendienst oder überall dort, wo Arbeitnehmer Kundenkontakt haben. So wird dem Sicherheitspersonal auf Flughäfen häufig vorgeschrieben, dass sie keine sichtbaren Tattoos, Piercings, lange, Fingernägel, ungepflegte Bärte oder auffällige Haarfärbungen tragen bzw. haben sollen. Im Prinzip zu recht, wie geurteilt wurde. Ein ganz anderes Thema sind Bekleidungsvorschriften. Der dunkle Anzug in der Anwaltskanzlei, der Blaumann im Handwerk und der weiße Kittel im Supermarkt sind üblich. Aber darf der Arbeitgeber seine Mitarbeiter dazu zwingen, seine Kleidervorgaben zu befolgen? Wenn ein Betriebsrat existiert, geht das nur mit seiner ausdrücklichen Zustimmung. Ansonsten darf der Arbeitgeber entsprechende Vorgaben machen. Regelungsbedarf besteht auch dann, wenn die Firma die Arbeitskleidung stellt. Dabei kommt es auf die Beschaffenheit und Qualität des Stoffes an, wieviele Kleidungsstücke gestellt werden und wer die Reinigungskosten trägt. Im vorliegenden Fall kommt es darauf an, in welchem Umfeld gearbeitet wird. Je schriller es wird, desto größer die Gefahr, dass der Chef nicht begeistert ist. Insbesondere ist zu klären, wie die etwas außergewöhnlichere Färbung genau aussehen soll. Rechtlich kann er jedoch wenig machen, solange bislang keine Vorschriften zur Kleidung und zum Erscheinungsbild bestehen. Eine Kündigung wegen ungewünschten Aussehens am Arbeitsplatz hat es jedenfalls noch nie gegeben.