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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Aufhebungsvertrag 2

Der Chef hat meinem Partner einen Aufhebungsvertrag angeboten. Die Firma will sogar eine Abfindung zahlen. Falls er nicht annimmt, soll er gekündigt werden. Was sollen wir tun?

Der Schock sitzt in solchen Fällen verständlicherweise tief. Der Arbeitgeber bittet zum Personalgespräch und legt einen Aufhebungsvertrag vor. Die Alternative ist die Kündigung. Die Vorteile des Aufhebungsvertrags für den Arbeitgeber liegen auf der Hand: Keine Kündigung, kein Streit vor Gericht und keine weiteren Kosten. Für den Arbeitnehmer ist jedoch Vorsicht geboten. Der Aufhebungsvertrag birgt erhebliche Risiken. Zu beachten ist, dass die üblichen Kündigungsfristen nicht berücksichtigt werden müssen. Das Arbeitsverhältnis kann damit sehr kurzfristig beendet werden, theoretisch sogar noch am selben Tag. Daneben ist vor allem zu berücksichtigen, dass eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen bei der Arbeitsagentur droht. Während dieser Zeit wird kein Arbeitslosengeld bezahlt. Wer also nicht sofort einen Anschlussjob findet, muss mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen. Eine Sperrzeit kann dagegen vermieden werden, wenn es für den Abschluss des Aufhebungsvertrages ausnahmsweise einen wichtigen Grund gibt. Allerdings liegt das meistens nicht der Fall. Arbeitnehmer sollten es sich daher sehr gut überlegen, ob der Aufhebungsvertrag für sie tatsächlich vorteilhaft ist. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich besser kündigen lassen. Ein Vergleich vor dem Arbeitsgericht mit möglichst hoher Abfindung, Freistellung und sehr gutem Zeugnis ist dann immer noch möglich. Außerdem ist die Kündigung, verbunden mit einer Klage, die einzige Möglichkeit, sich zu wehren und den Arbeitsplatz einzuklagen.