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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis - Formulierungen

Ich habe von meinem ehemaligen Chef mein Arbeitszeugnis erhalten. Doch ich kann nicht erkennen, ob es gut oder schlecht ist. Worauf muss ich achten?

Für Arbeitnehmer ist oft schwer zu erkennen, wie sie im Arbeitszeugnis tatsächlich bewertet werden. Denn an Stelle von klaren Noten wird in Zeugnissen durchweg eine verschlüsselte Zeugnissprache verwendet. Daher muss auf die Formulierungen genau geachtet werden. Nicht alles was gut klingt, ist auch tatsächlich ein Lob. Vorsicht ist beispielsweise bei der Bewertung angebracht, „er war als umgänglicher Mitarbeiter bekannt". Damit ist gemeint: Niemand kam mit dem Kollegen zurecht. Wird im Zeugnis erwähnt, dass der Mitarbeiter stets pünktlich war, bedeutet das genau das Gegenteil, weil Selbstverständlichkeiten im Zeugnis nicht erwähnt werden müssen. Wird dagegen branchenüblich die Erwähnung bestimmter Eigenschaften erwartet, z. B. Ehrlichkeit bei Kassierern, müssen diese im Zeugnis auftauchen. Hinsichtlich der Gesamtbewertung des Zeugnisses hat sich eingebürgert, dass die Formulierung „Die Arbeitsleistung war stets zur vollsten Zufriedenheit.“ der Note „sehr gut“ entspricht. Fehlt der Passus „vollste“, handelt es sich um eine Bewertung mit einem „gut“. Fehlt auch noch zusätzlich die Betonung „stets“, ist die Beurteilung nur „befriedigend“. Große Aussagekraft kommt dem Umstand zu, ob das Zeugnis eine abschließende Dank- und Abschiedsformel enthält. Bedankt sich der Arbeitgeber für die jahrelange Zusammenarbeit und wünscht er dem Arbeitnehmer für seinen weiteren beruflichen und privaten Lebensweg weiterhin alles Gute, kommt zum Ausdruck, dass es sich um einen wertvollen Mitarbeiter handelt, auf den der Arbeitgeber nur ungern verzichtet.