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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Arbeitszeit und Rüstzeit

Vor Arbeitsbeginn muss ich meine Arbeitskleidung anlegen. Ich habe mir das immer als Arbeitszeit aufgeschrieben, doch mein Chef will dafür nicht zahlen. Hat er recht?

Ob im Krankenhaus, in der Gastronomie oder bei der Stadtreinigung – an vielen Arbeitsplätzen müssen Arbeitnehmer eine Dienstkleidung tragen. Ob das Umkleiden für die Arbeit, die sog. Rüstzeit, als Arbeitszeit gilt, ist entscheidend, vor welchem Hintergrund das Umziehen erfolgt. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass das Umkleiden für die Arbeit dann als Arbeitszeit gilt, wenn es ausschließlich im Interesse des Arbeitgebers liegt. Das ist der Fall, wenn er das Tragen einer bestimmten Kleidung anordnet und das Umkleiden direkt im Betrieb erfolgen muss. Andernfalls stellt das Umkleiden keine Arbeitszeit dar. Im Regelfall verlangt der Arbeitgeber aus hygienischen oder sicherheitstechnischen Gründen sowie zur Sicherstellung eines einheitlichen Auftretens (corporate identity), dass eine Dienstkleidung getragen wird. Das Ankleiden gilt nicht als Arbeitszeit, wenn die Kleidung bereits zu Hause angelegt und auch auf dem Weg zum Arbeitsplatz getragen werden kann. Handelt es sich bei der Rüstzeit um Arbeitszeit, muss sie auch entsprechend vergütet werden. Der Arbeitgeber muss nämlich nicht nur die eigentliche Arbeit vergüten, sondern jede Tätigkeit oder Maßnahme, die mit der Arbeit unmittelbar zusammenhängt. Um als Arbeitnehmer jedoch nicht in den Verdacht zu geraten, die Arbeitszeit durch langsames Umkleiden „strecken“ zu wollen, sollte eine Regelung getroffen werden, wodurch eine feste Zeit für die Rüstzeit vereinbart wird. Diese Zeit ist dann vom Arbeitgeber zu bezahlen.