Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Arbeitsunfähigkeit bei neuer Krankheit

Ich habe mir letzte Woche eine schwere Grippe zugezogen. Davor bin ich leider auch schon sechs Wochen krank gewesen. Mein Chef will mir daher kein Gehalt mehr zahlen. Ist er im Recht?

Häufiges Kranksein ist kein Zuckerschlecken. Besonders ärgerlich ist es, wenn die erste Krankheit ausgeheilt ist und sich schon der nächste Infekt im Körper breitmacht. Kommen neben der körperlichen Belastung auch noch finanzielle Sorgen hinzu, steigt der Stresspegel schnell an. Zumindest in finanzieller Hinsicht kann für die meisten Fälle Entwarnung gegeben werden. Erkrankt ein Arbeitnehmer und wird er dadurch arbeitsunfähig, ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, das Gehalt in voller Höhe weiterzuzahlen. Dieser Anspruch besteht für mindestens sechs Wochen. Erkrankt ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen, springt die Krankenkasse ein, die 72 Wochen lang Krankengeld zahlt. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitnehmer an einer neuen Krankheit leidet. In diesen Fällen zahlt die Krankenkasse nicht. Bei einer neuen Erkrankung muss der Arbeitgeber erneut Entgeltfortzahlung leisten, wiederrum bis zu weiteren sechs Wochen. Voraussetzung ist nur, dass zu Beginn der zweiten Erkrankung die erste Erkrankung ausgeheilt war und es sich tatsächlich um zwei verschiedene Krankheiten handelt. War also z.B. ein Arbeitnehmer für sechs Wochen wegen eines Beinbruchs krankgeschrieben und erkrankt er unmittelbar darauf am Wochenende vor Arbeitsantritt an einer Grippe, hat er ab Montag für weitere sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Dass er zwischenzeitlich nicht arbeiten war, spielt keine Rolle. Es kommt vorliegend also auf die näheren Umstände an. Allerdings liegt die Beweislast beim Arbeitnehmer. Geht der Streit vor Gericht, muss der Arbeitnehmer darlegen und beweisen können, wann die jeweilige krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit begonnen und wann geendet hat. Gelingt das nicht, ist der Anspruch auf Entgeltfortzahlung weg. Durch das Vorlegen ärztlicher Atteste sollte sich das jedoch leicht beweisen lassen.