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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Arbeit gegen Geld

Meine Kollegen und ich bekommen seit Wochen kein Gehalt mehr. Einige wollen jetzt ihre Arbeit einstellen. Ich bin jedoch verunsichert. Darf man das so einfach?

Auch wenn Geld nicht alles ist: Nach getaner Arbeit freut sich jeder Arbeitnehmer am Monatsende auf sein wohlverdientes Gehalt. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn die Zahlung plötzlich ausbleibt. Für den geschockten Arbeitnehmer stellt sich dann die Frage, wie er auf diese Situation am besten reagieren soll. Wer alles richtig machen will, sollte besser nichts überstürzen. Auch wenn der erste Impuls die sture Arbeitsverweigerung fordert, ganz so einfach geht das nicht. Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitgeber unbedingt zunächst schriftlich abmahnen und ihm eine Frist zur Zahlung setzen. In der Regel reichen hierfür zehn Tage aus. Erst wenn der Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nachkommt und mit weiteren Gehaltzahlungen im Rückstand bleibt, kann der Arbeitnehmer die Arbeit verweigern. Die Tätigkeit kann dann so lange eingestellt werden, bis der Arbeitgeber seine Verpflichtung erfüllt hat. Doch Vorsicht! Der Arbeitnehmer ist erst dann zur Verweigerung berechtigt, wenn es sich um einen erheblichen Lohnrückstand von handelt. Ist der Rückstand nur gering oder ist zu erwarten, dass die Lohnverzögerung nur kurzfristig ist, darf der Mitarbeiter seine Tätigkeit nicht unvermittelt einstellen. Das Gleiche gilt, wenn dem Arbeitgeber durch die Arbeitsverweigerung ein übermäßig hoher Schaden entstehen würde. Verweigert der Arbeitnehmer trotzdem die Arbeit, droht schlimmstenfalls die Kündigung. Für die Zukunft bleibt dann das Gehalt auf jeden Fall aus. Wird das Gehalt allerdings dauerhaft nicht gezahlt, kann fristlos gekündigt werden.