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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Altersteilzeit

Mittlerweile steht in einigen Jahren die Beendigung meines Arbeitslebens durch Renteneintritt bevor. Ich habe gehört, dass man auch schon vorher aufhören kann, und zwar im Wege eines Altersteilzeitmodells. Was hat es damit auf sich? Was passiert, wenn ich zwischenzeitlich krank werde?

Vor einigen Jahren erfreute sich die Altersteilzeit bei Arbeitgebern noch großer Beliebtheit. Das hatte im Wesentlichen damit zu tun, dass Altersteilzeitmodelle vom Staat damals finanziell gefördert wurden. Irgendwie geartete staatliche Zuschüsse gibt es leider nicht mehr. Nichtsdestotrotz legen Arbeitgeber Altersteilzeitmodelle dann auf, wenn die Kassen voll sind und eine Verjüngerung der Belegschaft erreicht werden soll. Üblicherweise wird Altersteilzeit als Blockmodell angeboten. D.h. einige Jahre wird in Teilzeit gearbeitet (sog. Aktivphase). Nach dem Ende dieser Phase wird in die sog. Passivphase eingetreten, die einen gleich langen Zeitraum umfasst. In diesem Zeitraum muss nicht mehr gearbeitet werden. An die Passivphase schließt sich sodann der Renteneintritt an. Normalerweise stockt der Arbeitgeber das Gehalt während der Altersteilzeit auf, sodass der tatsächliche Verdienst höher ist, als er infolge der Reduzierung der Arbeitszeit ansonsten wäre. Sofern die Altersteilzeit reibungslos verläuft, gibt es keine Probleme. Ist die Gesundheit dagegen angeschlagen und kommt es zu krankheitsbedingten Fehlzeiten hängt es von der Länge der Ausfallzeiten ab, ob die Zeit nachgearbeitet werden muss. Hierzu findet sich in der Regel ein Passus in dem Altersteilzeitvertrag. Krankheiten bis zu sechs Wochen, also bis zum gesetzlichen Entgeltfortzahlungszeitraum, sind danach zumeist unschädlich. Wird dieser Zeitraum überstiegen, muss häufig nachgearbeitet werden. Dadurch verschiebt sich der Beginn der Freistellungsphase nach hinten. Das ist nicht überraschend, weil der Arbeitgeber schließlich Arbeitsleistung für sein Gehalt sehen möchte, das er später in der Passivphase zahlt. Sofern eine Arbeitsleistung infolge schwerer Erkrankung gar nicht mehr möglich ist, kann es dazu kommen, dass das Altersteilzeitverhältnis (durch Kündigung) beendet wird. Allerdings lassen sich in diesen Ausnahmefällen erfahrungsgemäß angemessene Regelungen mit dem Arbeitgeber finden.