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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Abmahnung - Rechte des Arbeitnehmers

Ich bin geschockt. Letzte Woche habe ich völlig unerwartet eine Abmahnung erhalten. Angeblich bin ich mehrfach zu spät gekommen. Das stimmt aber gar nicht. Was kann ich tun?

Eine Abmahnung muss erst mal verdaut werden. Zwar stellt sie noch keine Kündigung dar, zeigt jedoch schon mal deutlich in diese Richtung. Fühlt sich ein Arbeitnehmer nach ruhiger Überlegung tatsächlich ungerecht behandelt, sollte er gegen diese „gelbe Karte“ vorgehen. Jeder Schritt sollte aber wohl überlegt sein. Heftige, verbale Reaktionen können schnell nach hinten losgehen. Insbesondere dann, wenn sich der Vorwurf der Abmahnung später als Missverständnis herausstellt. Gut beraten ist daher derjenige, der sich zunächst zu einer schriftlichen Gegendarstellung entschließt. Hierdurch kann der Arbeitnehmer sachlich darlegen, warum die Abmahnung aus seiner Sicht unbegründet ist. Oftmals ist es dabei hilfreich, Einsicht in die Personalakte zu verlangen, um über den vorgeworfenen Sachverhalt genauestens informiert zu sein. Die Stellungnahme muss schließlich der Personalakte beigefügt werden, selbst dann, wenn der Chef mit dessen Inhalt nicht einverstanden ist. Sie darf erst wieder entfernt werden, wenn zugleich die Abmahnung beseitigt wird. Der Betroffene kann außerdem beim Betriebsrat Beschwerde einreichen und dort um Unterstützung bitten. Zwar hat dieser vor Ausspruch einer Abmahnung kein Mitbestimmungsrecht. Er kann jedoch zwischen beiden Seiten vermitteln und positiv auf den Arbeitgeber einwirken. Helfen alle guten Worte nichts, könnte notfalls vor Gericht auf Entfernung der Abmahnung geklagt werden. Denn auch wenn im Alltag bald Gras über die Sache wächst, ein Makel in der Personalakte bleibt allemal zurück.