Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Auguste-Viktoria-Allee 4 (am Flughafen Tegel)
13403 Berlin - Reinickendorf

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Abfindungsanspruch und Höhe

Immer wieder hört man davon, dass Arbeitsverhältnisse gegen eine Abfindungszahlung beendet werden. Besteht eigentlich ein Anspruch auf eine Abfindung? Wenn ja, womit darf ich rechnen?

Es hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass ein gesetzlicher Anspruch auf Abfindungszahlungen besteht. Das ist (leider) jedoch nicht der Fall! Allerdings kann man aufgrund der hohen Zahl von Abfindungsvergleiches vor den Arbeitsgerichten durchaus auf die Idee kommen, dass jeder Arbeitnehmer im Falle einer Kündigung eine Abfindung erhält. Voraussetzung ist aber immer, dass eine Abfindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt wird. Das geschieht entweder außergerichtlich durch den Abschluss eines Aufhebungsvertrages oder vor Gericht im Wege des Abfindungsvergleichs. Ungefähr 80 % aller Kündigungsschutzprozesse enden vor den Arbeitsgerichten mit einem Abfindungsvergleich. Interessanterweise hängt dieses Ergebnis nicht zwingend von den Erfolgsaussichten einer Klage ab. Erfahrungsgemäß kann in Kündigungsschutzprozessen eigentlich immer eine Abfindung durchgesetzt werden. Es kommt eher auf die Höhe der Abfindung an. Hierfür findet bei Gericht die Faustformel „halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr“ Anwendung. Dabei handelt es sich wohlgemerkt nur um einen ersten Orientierungsmaßstab. Bei guten Erfolgsaussichten lässt sich in der Regel mehr durchsetzen. Bei schlechten Klageaussichten sinken die Chancen auf eine hohe Abfindung. Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung legt übrigens nicht der Richter die Abfindung fest. Häufig wird in Verhandlungen jedoch vom Gericht die Frage gestellt, ob es Vergleichsmöglichkeiten gibt. Beide Anwälte sind daraufhin meistens beim scheinbar desinteressierten Blättern in den Akten zu beobachten, um nicht als erstes ein Angebot zu unterbreiten. Liegt das erste Angebot auf dem Tisch, erinnert das Verhandeln bisweilen an das Feilschen auf einem orientalischen Basar. So lauten jedoch die Spielregeln: Wer gut verhandeln kann und möglichst das Recht auf seiner Seite hat, setzt die Interessen seiner Mandantschaft optimal durch.